Das nördliche, türkische Drittel der geteilten
Insel ist ein Geheimtipp für Individualisten, die
nicht unbedingt dahin wollen wo schon alle
sind, um sich dann über Gedränge, Geldabzocken,
Kriminalität, zubetonierte Küsten undUnfreundlichkeit
zu ärgern. Die keine Strandparties, FKK, Schlangen von
Reisebussen, Folkloreabende mit kostümierten Gästen
und ähnliche massentouristische Rituale suchen. Für
Reisende also, die sich am unverfälschten Gesicht einer
Landschaft freuen, die es mögen, auch mal von Unbekannten
auf der Straße gegrüßt, allenthalben gastfreundlich
zu einem türkischen Kaffee eingeladen zu werden. Denn
die Zyprioten sindgastfreundliche Menschen ganz eigener Identität, liebenswürdig,
kommunikativ, tolerant.

Das Blut der Eroberer und Handelspartner fließt in ihren Adern - Ägypter, Hethiter, Kreter, Phönizier,
achäeische Griechen, bronzezeitliche Seevölker, Assyrer, Perser, Makedonen
unter Alexander dem Großen,
Römer, Araber, Kreuzfahrer
wie Richard Löwenherz, Türken, Genueser, Mamelucken und Venezianer.
Auch das fast hundertjährige
britische koloniale Erbe macht diese Insel zum östlichsten Vorposten Europas im Mittelmeer.

Hier fühlt man den Atem der Geschichte. Die drittgrößte Mittelmeerinsel ist seit mindestens
neuntausendJahren bewohnt und ein Hort von Natur- und Kulturschätzen. Die schaumgeborene
Liebesgöttin Aphrodite soll hieran Land gegangen sein. Mit ihr fügten die Griechen vermutlich die uralte
orientalische Fruchtbarkeitsgöttin Ischtar
der Babylonier, Astarte der Phönizier ihrem Göttersystem ein.